Autumn Italy

Reiten am Donnerstag los, gar nicht schlecht um 20 vor 11 losgekommen!

Dahin geht’s bis zum ersten Kaffee bei der Autobahn Raststätte am Wörthersee. Der Cappuccino ist immer ein Muss, auch wenn der Italiener hinter uns amüsiert die Häferlgröße kommentiert: Da kann man ja drinn schwimmen😉. Ja ich geb’s zu es sind wirklich ordentliche Humpen!

Fahrerwechsel und es geht weiter über Tarvis. Diesmal möchten wir den Spar in Gemona auslassen, fix entschlossen düsen wir nach Süden, doch dann: 28 Minuten Stau vor Udine. Da muss man in Gemona abfahren🤩

Natürlich kaufen wir nur eine Milch und Brot fürs Frühstück…. Ich bin dann die Klappbox aus dem Auto holen gegangen, damit wir alle italienischen Schätze raustragen konnten. Standhaftigkeit war schon immer unsere Stärke😅

Die Autobahn nach Venedig hat ordentlich zugelegt, und ist fast durchgehend 2 mal 3spurig. Wir schnurren mit Tempomat nach Süden. In Venedig ist wie immer Action, aber wir kommen ohne Stau durch und sind schon auf der Gerade nach Bologna

Wieviel Kurven gibt’s zwischen Venedig und Bologna? Zwei, drei? Jedenfalls ein gefundenes Fressen für den Tempomat.

Ging irgendwie schnell diesmal und kaum versieht man sich waren wir auch schon dort.

Auf nach Westen in Richtung Parma, auf der Gegenspur ein gefühlt 20km Stau von Lastingern auf zwei Spuren. Nun weiß ich wo all die Motoren bei MAN, die ich mal dort gesehen hab, eingebaut werden.

Bei Reggio Emilia haben wir einen Campingplatz ausgemacht, den wir anpeilen. Um die Jahreszeit einen offenen Campingplatz zu finden ist gar nicht einfach. Aber nach einer Unzahl von Kreisverkehren im Großraum Reggio Emilia erreichen wir unser Ziel.

Die Rezeption versteckt sich zwar hinterhältig, aber auch das lässt sich in der Dunkelheit finden. Dach beim Bus aufgemacht, schnell das Bettzeug raus, und voila wir sind da.

Hungrig wären wir auch, haben ja nix gegessen den ganzen Tag! Der Campingplatz hat ein Ristorante, keine schnelle Pizzeria, nein ein super net umgebautes altes Bauernhaus, mit wirklich guten Sachen. Ein Ristorante halt.

Ziemlich gut gegessen, ein Fläschchen Lambrusco dazu, und ein Panacotta als Nachspeise, Yammi! Da fällt man danach gut ins Bett, vorallem wenn es nur ein paar Schritte bis zum ‚Bett‘ sind.

Chrrr und gute Nacht. Sehr klasser Reisetag.

Canossa… Gang

Ziemlich netter morgen bei Reggio Emilia, jedenfalls so nett, dass wir draußen frühstücken

Zusammengepackt, den Hofladen des Agri Tourismo auf dem der Campingplatz war, noch durchstöbert, den einen oder anderen Balsamico mitgenommen und dann ging’s ab über die Berge.

Vorbei am Castello Rossena

In Richtung Castello Canossa

Rundum ist eine eigene Landschaft: Sand, oder Sandstein oder Löß erodiert frisch fröhlich und nach jedem stärkeren Regen schaut es hier wahrscheinlich anders aus, und der Bach unten hat viel zu transportieren.

Natürlich müssen wir auf die Ruine von Canossa hinauf

Vorbei an der kleinen Bar unten, wo gerade eine Schulklasse auf Wandertag versorgt wird.

Rauf geht’s dann auf das Castello der Matilde, die um 1000 eine bedeutende Frau war und der recht viel Land in der Gegend gehört hat, eben auch das Castello.

Nachdem der Papst den deutschen Kaiser gerade mal aus der Kirche rausgeschmissen hatte, der Papst auf Canossa weilte, musste der deutsche Kaiser zum Papst nach Canossa pilgern um wieder rehabilitiert zu werden.. Daher Canossa-Gang.

Wir wollten nur rauf, waren die einzigen aber ich verstehe schon warum rundum Castellos auf den Hügeln sind, die in die Ebene schauen

Es schaut schon mega cool aus dort!

Nach einem kleinen Stückl Pizza in der Bar am Fuß des Castellos ging’s dann weiter nach Castelnovo ne Monti. Die Straßen dort sind ein bisschen eine Challenge, ist kurvenreich ein Hilfsausdruck. Weiters ist der Untergrund wahrscheinlich ähnlich dem bei Castello Canossa, eben sandig, und daher gibt ein Teil der Straße manchmal nach und man fährt halt durch fühlbare Dellen.

Im Prinzip überqueren wir den Apenin auf Nebenstraßen und dort gibt’s wirklich nette Aussichten.

Weiter geht’s nach Cervarezza und über den ersten Pass zum Passo Cerreto

Auf 1200m ist dort wirklich frisch, der Nebel fällt ein, ein bissi wie auf den Alpenpässen.

Runter geht’s dann durch kleine Kurven ohne Ende Richtung Fivizzano und La Spezia. Die Autobahn nach Rapallo war dann richtig entspannend: kein ‚den Kreisverkehr in 500m an der dritten Ausfahrt verlassen und dann am nächsten Kreisverkehr die erste Ausfahrt‘. Auch keine Kurven, aber halt auch keine netten Dörfer und riesigen Kastanienwälder mit wahrscheinlich Unmengen an Wildschweinen drinnen. Die Fahrt vom Passo Ceretto ist wirklich epic.

Der Campingplatz in Rapallo hat wirklich noch offen und nicht schon auf Winterruhe, nimmt uns und wir bauen schnell auf, werfen die Nudeln aus dem Hofladen ins Wasser, wärmen das Wildschwein Sugo auf und schlürfen ein Gläschen Rotwein.

San Fruttuoso

Kurz vor einer ordentlichen Regenfront soll noch ein schöner Tag sein. Den wollen wir ausnützen. Frühstück und Aufbruch brauchen schon bis 11., aber dann radeln wir los. Auf nach Rapallo.

Sehr nettes Städtchen mit Palmen und perfekt hergerichteten Häusern aus einer längst vergangenen Zeit

Allerdings dürfte hier am Tag zuvor eine doch recht heftige Flut und Unwetter gewütet haben, liegt doch überall am Pier Schwemmgut in Massen. Ich glaub da haben wir uns am Tag davor ganz gut hinterm Apennin versteckt.

Wir radeln aber an der Küstenstraße weiter vorbei an Hotels, die wohl zur gleichen Zeit gebaut wurden, wie bei uns der Semmering, bloß sind die Hotels hier perfekt erhalten.

Auf unseren Weg entlang der Küste kommen wir durch mehrere Orte alle gleich elegantös, manchmal ist ein nettes Häuschen auch nur so auf ein Cap gebaut

Radlfahren ist ein bissi ungewohnt dort, weil gut viel Verkehr, aber im Endeffekt passen alle recht gut auf auf die Radler.

Portofino ist unser Radl Etappen Ziel, ein kleiner recht bekannter Hafenort am Ende der Halbinsel. Die Radln abgestellt, und durch den Ort gestreunt und gleich noch ein bisschen weiter Richtung Cap

Vorbei an netten Villen und dem Castle Brown

in Richtung Faro, der dann irgendwann um die Ecke lugt

Die Bar direkt beim Leuchtturm lassen wir uns nicht entgehen, sitzen dort gemütlich, schlürfen ein oranges Saftl und wundern uns über den Donner hin und wieder, ist doch strahlend blauer Himmel. Schaut man doch über die Mauer hinter auf die schroffen Felsen auf denen der Leuchtturm sitzt, ist alles klar: hin und wieder brechen sich ordentliche Wellen an den Felsen.

Wir düsen aber weiter wieder zurück nach Portofino und 250hm den Hügel hinauf auf eine Wanderung Richtung San Fruttuoso. Das ist ein Kloster in einer Bucht, das nur zu Fuß oder mit den Schiff erreichbar ist. Da noch immer hohe Wellen sind, fährt kein Schiff. Gut so denn die Wanderung ist wunderschön.

Durch Pinienwälder ca 200m über dem Meer und durch Wälder

Dann nach einer starken Stunde runter nach San Fruttuoso

Weil wir schon etwas spät dran sind, sind nicht mehr viele Besucher da und auch der fehlende Boots Shuttle machen das Kloster zu einem eher einsamen Platz.

Die Bucht in der das Kloster steht, ist aber wildromantisch

Und die Wellen kommen ziemlich hoch herein. Weil wir aber spät dran sind starten wir nach einer halben Stunde wieder den Rückweg, mit einem schnellen Blick auf die Bucht.

Rauf geht’s wieder die 250hm. Ein paar Italiener überholen uns, aber kurz danach holen wir sie wieder ein, weil sie sich um rote Früchte an einem Baum strecken. Corbolezzo sind das erklären sie uns, und die tief orangen Früchte sind die besten.

Unser Rückweg dauert dann etwas länger, weil wir unser neues Wissen bei vielen Bäumen gleich anwenden müssen, und Früchte mampfen.

Passt aber weil wir mit der golden hour und den Sonnenuntergang auf dem Bergrücken wieder heimwärts traben

Dann noch 250hm Stufen runter nach Portofino…. Hui das hängt sich rein.

Auf die Radeln gesetzt und mit Rückenwind die Küstenstraße entlang wieder nach Rapallo. Pizza am Campingplatz und danach ziemlich bald weggebrochen. Ich glaub den Tag haben wir gut genutzt☺️

Genua

Etwas bedeckt in der Früh, aber wir wollten eh auch nach Genua. Also gefrühstückt auf die Radln und … zum Bahnhof😉

Es ist nämlich viel einfacher die paar Kilometer mit dem Zug zu fahren, als den VW Bus zusammenpacken durch den Stau zu tingeln und dann um viel Geld erst wieder in einem Parkhaus zu stehen. Also die 17.- für das Ticket hin und zurück super sind investiert und wir genießen die Fahrt.

War zwar kein Night Jet der ÖBB, aber die regionalen Züge bringen uns ans Ziel.

Angekommen in Genua, verlassen wir den Bahnhof mit einer Unmenge an Touristen, die alle mindestens zwei Trollies hinter sich her schleifen. Interessanterweise marschieren die zu Fuß alle weiter, keiner nimmt sich ein Taxi oder nutzt Öffis.

Die Antwort liegt in drei monströsen Kreuzfahrtschiffen unten am Hafen, das die Trolley-Schlepper einfach so schluckt. Die Schiffe sind wirklich riesig, und auf den ersten Blick kann man nicht sagen ob es Häuser oder Teile vom Schiff sind.

Staunend lassen wir die Schiffe Schiffe sein und traben entlang des Hafens weiter Richtung Leuchtturm. Ganz Genua ist dicht gepackt, so sieht man sonst selten einen Eisenbahntunnel mitten in den Wohnhäusern

Wir erreichen nach einem ordentlichen Marsch dann doch die Lantern, die mächtig den Hafen überragt

Im Inneren gibt’s ein nettes Museum zur Geschichte, des seit 1128 aktiven Leuchtturms

Wir kraxeln auf die erste Ebene, soweit man halt rauf darf und schauen auf die Stadt, die sich eng an den Berg klebt, und jeden Quadratmeter ausnutzt.

In die andere Richtung gibt’s einen riesigen Frachthafen zu sehen

Dort oben könnte man ewig stehen, und den Kränen beim Entladen zuschauen. Ein Schiff wird gleichzeitig be und entladen. Der Kran vorne hebt Container vom Schiff, der hintere Kran hebt Stück für Stück auf das Schiff. Unterstützt werden die Kräne von kleinen Support LKWs, die die Container im Hafen von und zu Stapeln fahren

Wir traben zurück in Richtung Altstadt, durch wirklich enge und dunkle Gässchen, die von mindestens 5 stöckigen Häusern gebildet werden. Ein bissi kommen wir uns vor wie bei Bladerunner.

Erreichen dann den alten Hafen, der nett hergerichtet wurde. Die alten Baumwoll Lager sind umfunktioniert wurden und enthalten Restaurants und Geschäfte.

Der Zug zurück ruft und wir sausen dann durch die doch noch gefundenen breiten Straßen vorbei an ganz netten Palazzi Richtung Bahnhof.

Schwupps rein in den Zug, heim nach Rapallo, und mit den Radeln zum Campingplatz. Sehr nett wars 😉